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Korrekte Energielabel auf E-Geräten? EFH vorbildhaft, Möbel- und Internethandel schwach

24.07.2012

Drei von fünf Haushaltsgeräten sind korrekt „gelabelt“, zwei von fünf also falsch. Das sagt zumindest die Österreichische Energieagentur. Sie führte im ersten Quartal 2012 stichprobenartige Kontrollen in 20 Geschäften durch und sieht „großen Nachholbedarf“ bei der Etikettierung. Sorgenkinder sind der Möbel- und der Internethandel. Der Elektrofachhandel erledigt die Kennzeichnung vorbildhaft.

„Come on Labels“ heißt das Projekt der EU, in dessen Rahmen die Österreichischen Energieagentur die Kontrollen durchführte. Mit 58 Prozent korrekt „gelabelten“ Haushaltsgeräten befindet sich der rot-weiß-rote Handel im europaweiten Schnitt. 27 Prozent der Geräte waren fehlerhaft gekennzeichnet und 14 Prozent hatten gar kein Label.


EFH gut, Internet- & Möbelhandel mangelhaft

Die Elektrofachgeschäfte schneiden klar am besten ab. Drei von vier Geräten sind im EFH richtig gekennzeichnet. Auch in den Elektrogroßmärkten (69%) ist die Kennzeichnung überwiegend korrekt. Mangelhaft war sie hingegen bei Internet-Shops mit nur 47 Prozent richtig angebrachter Labels. "Der größte Nachholbedarf besteht allerdings bei der Kennzeichnung von Einbauküchengeräten im Möbelhandel. Hier war der Anteil mit 25 Prozent korrekt gelabelter Geräte nur sehr gering", so Roland Hierzinger, Projektleiter von "Come On Labels". In diesen Möbel-Geschäften gibt es viele Einbaugeräte, die in der Praxis kaum gekennzeichnet werden.


Kühl- und Gefriergeräte mit bester Quote

Kanalübergreifend erreichten nach Produkten die Kühl- und Gefriergeräte die beste Quote mit zwei Drittel richtigen Labeln. Etwas mehr als ein Fünftel der Kühl- und Gefriergeräte waren fehlerhaft gekennzeichnet, nur zwölf Prozent der Geräte waren ohne EU-Label. Waschmaschinen und Geschirrspüler waren zu fast 60 Prozent richtig gekennzeichnet und Wäschetrockner zu 50 Prozent.

Hintergrund der Untersuchung sind die neuen Effizienzklassen A+, A++ und A+++ bei den weißen Großgeräten und das neue Label für Fernsehgeräte. Bekanntlich müssen seit 30. November 2011 alle TV-Geräte sowie Kühl- und Gefriergeräte und seit 20. Dezember 2011 alle Waschmaschinen und Geschirrspüler im Handel mit dem neuen Label gekennzeichnet werden. Für Wäschetrockner, Lampen, Klimageräte und Backöfen gilt derzeit
weiterhin das bestehende Label.


Ausnahmen berücksichtigt

Nach Nachfrage von Elektrojournal Online betonte die Österreichische Energieagentur, dass sie bei der Untersuchung auch die Ausnahme-Regelungen und etwaige Fristen, wie etwa bei den Weinkühlern und TV-Geräten berücksichtigt wurden. Gerade bei den Fernsehgeräten ist die Studie deshalb (noch) nicht sonderlich Aussagekräftig. Schließlich müssen Geräte, die vor dem 30 November in den Handel gekommen sind, nicht mit dem neuen Label gekennzeichnet werden. Daraus ergibt sich, dass erst ein Fünftel der TV-Geräte mit dem neuen Label versehen ist. "Wir gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der gekennzeichneten TV-Geräte deutlich steigt und werden dies im Zuge der nächsten Shop Visits überprüfen" so Julia Gsellmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Energieagentur.

 

Verstoß kann teuer werden

In 20 Geschäften wurden sogenannte "Shop Visits" durchgeführt und dabei über 3.000 Produkte kontrolliert. In Österreich wird die ordnungsgemäße Kennzeichnung laufend durch Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend kontrolliert, stationär und online. Bei Verstößen gegen die Energieverbrauchskennzeichnung wird im Normalfall ein Auftrag per Bescheid zur Herstellung des gesetzmäßigen Zustandes erteilt. Bei Nichtbefolgung ist ein Strafrahmen von 7.260 Euro vorgesehen.

Autor:
Redaktion Elektrojournal

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